2002 Nordkap
Camping mit Regenbogen
Freitag, 5.7.02 (Sill)
Letzter Arbeitstag. Noch eine letztes Mal mit den Kollegen Pizza essen gehen und pünktlich um 15:00 Uhr Schluss machen. HaGe hat den ganzen Nachmittag frei genommen und noch die letzten Besorgungen erledigt und begonnen die Wohnung aufzuräumen. Also mache ich mich daran die Eibrote, die zu jeder Sommerferienreise gehören, vorzubereiten und die letzten Dinge einzupacken. Um 17:20 fahren wir dann los.
Pünktlich um 19:00 Uhr treffen wir in Lörrach zum Autoverlad ein und können die Tickets bei meiner Mutter in Empfang nehmen. Mit viel Glück bekommen wir doch noch einen oberen Stellplatz, weil jemand nicht gekommen ist, und dürfen die Kajaks auf dem Dach befestigt lassen. Die erste Etappe fahren wir zusammen mit meiner Mutter, Silvia, Stefan und Rosette. Wir können allerdings nur bis Hildesheim mitfahren. Sie fahren dann direkt nach Hamburg und von dort über Travemünde weiter nach Finnland, wo wir sie in 3 Wochen vielleicht noch treffen werden.
Samstag, 6.7.02 (Sill)
Um 4:45 werden wir vom Schaffner geweckt und um 5:00 Uhr bekommen wir das Frühstück zusammen mit der Nachricht serviert, dass wir bereits in Hildesheim eingetroffen sind obwohl wir erst um 5:35 Uhr ankommen sollten. Also schnell das Frühstück verzehrt und los gehts. Im verschlafenen Bahnhof suchen wir zuerst ein bischen, bis wir finden wo wir unser Auto abholen können. Und dann gehts los Richtung Puttgarden. An Hamburg fahren wir vorbei, wir werden auf der Rückreise hier noch einen Tag Zeit haben, aber in Lübeck machen wir eine kurze Rast, bummeln durch die Altstadt und drinken einen Kaffee.
Vor der Fähre in Puttgarden müssen wir ca. 2 Stunden warten doch dann ging um 12:15 die kurze Reise über den Fehmardsund los. Um 13:00 trafen wir dann in Rogby ein. Wir fuhren gleich weiter nach Kopenahgen, wo wir ca. um 15:00. Wir fanden in der nähe des Bahnhofs einen Parkplatz, obwohl wir wegen der Kajaks nicht ins Parkhaus können. Ein freundlicher Dänen machte uns noch darauf aufmerksam, dass man am Samstag Nachmittag kein Parkticket lösen braucht. Wir nehmen für unseren kleinen Stadtrundgang den Tivoli freizeitpark als Ausgangspunkt. Wir bummen durch die Fussgängerzone und essen ein Lachsbrötchen mit Rührei und Schnittlauch garniert in einem netten Strassen-Kaffee. Kopenhagen hat eine sehr belebte Fussgängerzone mit vielen Strassenmusikanten. Ausserdem findet diese Woche auch das Jazz Festival statt. Nachdem wir genug gesehen hatten gingen wir zum Auto zurück und starteten Richtung Malmö. Wir wollten die neue Brücke benutzen. Gleich nachdem man den Flughafen passiert hat, kommt man auf die neue Brücke. Zu unserer Ueberaschung ging es allerdings zuerst in einen Tunnel, doch dann kamen wir auf die wirklich gigantische Brücke. Das Wetter zeigte sich auch grad wieder von seiner besten Seite, so dass wir die herliche Aussicht geniesen können. Ich versuche das ganze mit der Videokamera festzuhalten, aber ich befürchte dazu ist es doch zu diesig. Wir fahren noch weiter bis Aengelsholm und übernachten in einem Ferien-Dorf. Den Gedanken Love zu besuchen verwerfen wir schnell, wir hätten doch zumindestens einmal vorher anrufen sollen.
Sonntag 7.7.02 Norwegen(Sill)
Wir haben ausgeschlafen und sind kurz vor 10:00 Uhr aufgestanden. Um ca. 11:00 Uhr sind wir dann losgefahren Richtung Oslo auf der E20. Um ca. 13:00 Uhr haben wir in einem kleinen Ort am Meer namens Asa Rast gemacht und zu Mittag gegessen. Es gab leckeren Fisch. Hage hat ein Fischfillet an einer Weisweinsose mit Pomme Duchésse gegessen und ich hatte Fischgratain. Dan fuhren wir weiter. Göteborg haben wir nicht besucht, dass werden wir ein ander mal tun.
Um 17:00 Uhr betraten wir dann norwegischen Boden. Viel gemerkt hat man davon nicht, den obwohl das kein EU Land ist gabs keine Zollkontrolle. Das einzige was man gemerkt hat das man auf einen Brücke über einen Fjord fährt. Die Fahrt nach Oslo zog sich noch etwas hin da der Verkehr immer wieder stockte. Für die Autobahn mussten wir 15 Kronen Mautgebühr bezahlen. Als wir dann Richtung Oslo kamen mussten wir nochmals 15 Kronen Maut für die Innenstadt zahlen. Auf der Suche nach einem Hotel sind wir dann im Ostteil der Stadt stundenlang im Kreis gefahren, da wir keinen vernünftigen Stadtplan haben und ich ziemlich überfordert war. Dann haben wir in einem Nobelhotel, dessen Zimmer uns zu teuer waren, einen besseren Stadtplan bekommen, in dem auch die Hotels eingezeichnet sind. Das erste Hotel, das wir darauf aussuchten war uns auch noch zu teuer. Doch dann fanden wir eins das “Bed & Breakfeast” heisst und tatsächlich eine Art Pension in eine alten Villa ist. Das Zimmer ist richtig nett mit einem kleinen Balkon auf den Garten hinaus. Nach einer kurzen Erholungspause und checken der Formel 1 Resultaten (Schumi hat schon wieder gewonnen) wollten wir noch was essen. Der Einfachheit halber gingen wir in ein McDonalds Restaurant. Dann spazierten wir am Königs-Palast entlang zurück in “unsere Villa”.
Montag, 8.7.02 (Sill)
Um 9:00 Uhr klingelte der Wecker und wir machten uns zum Frühstück fertig. Beim Frühstück studieren wir den Wetterbericht in der Zeitung, leider siehts ganz nach Regen aus. Also packen wir unsere Regenjacken in den Rucksack und auch einen Schirm. Dann starten wir zu Fuss Richtung Hafen. Wir wollen zuerst auf die Museumsinsel Bygdøy um das Wikingermuseum zu besuchen. Unser Weg führt uns wieder am Königspalast vorbei. Diesmal sind die Tore zum Park offen und man kann zur Hinterseite des Palastes gehen. Wir gehen um den Palast herum zum Hauptportal mit dem Karl-Johan Monument und von dort hinunter zur Universität und dem National Theater. Von dort gehts weiter zum Rathaus, in das wir kurz hineingehen. Wir lernen das Oslo im Jahr 2000, 1000 Jahre alt wurde. Zu diesem Anlass wurde eine spezielle Festtracht entworfen, die nun im Rathaus ausgestellt ist. Der hintere Eingang des Rathauses ist mit vielen Holzschnitzerein dekoriert die Sagen umsetzen.
Am Rathauspier erkundigen wir uns nach den Abfahrtszeiten der Fähre zur Bygdøy Insel und vertreiben uns die Zeit bis zur Abfahrt, indem wir die zahlreichen historischen Schiffe am Pier anschauen. Prompt verpassen wir das Schiff und besuchen deshalb auch noch die Touristoffice bis zur Abfahrt des Nächsten. Auf Bygdøy angekommen gehen wir das kurze Stück zum Vikingermuseum zu Fuss. Im Museum sind drei Schiffe ausgestellt, von denen zwei sehr gut erhalten sind. Dann gibts noch diverse andere Fundgegenstände, die das Leben der Vikinger veranschaulichen, wie Kochgeräte, Schlitten und Karren, Arbeitsgeräte und dergleichen. Als wir das Museum verlassen hat es angefangen zu regnen. Wir gehen noch hinüber zum Seefahrtsmuseum und schauen uns die Eingangshalle an, doch so richtig Lust auf ein weiteres Museum haben wir nicht. Deshalb nehmen wir die nächste Fähre zurück zur Stadt. Dort angekommen sehen wir uns das Geschäfts- und Ladenviertel Aker Brygge an. Direkt am Pier finden wir auch ein aufwendig dekoriertes Lokal, das den Namen DS Luise hat. Hier essen wir zu Mittag, eine Fischsuppe für Hage und ein Omelette mit Hänchenbrust, Speck, Petersilie und Lauch für mich. Der Regen wird leider immer stärker.
Nach dem Essen schlendern wir weiter Richtung Innenstadt. Der Weg führt uns nochmals am Rathaus vorbei und dann gelangen wir auf die Karl Johans Gate.
Wir gehen die Strasse bis zum Hauptbahnhof hinunter und besuchen den einen oder anderen Laden.
Dann beschliessen wir das wir für heute genug haben, mittlerweile ist auch schon halb sechs.
Wir kaufen noch etwas Süsses und erkundigen uns dann welche Strassenbahn wir nehmen müssen. Im Hotel angekommen sind wir nur noch faul.
"Villa"
Dienstag, 9.7.02 (Hage - muss ich wirklich ?)
Heute stehen wir um 8:30 Uhr auf und frühstücken gemütlich. Während ich bezahle, verpackt Sibylle die Kleider und was sonst noch im Zimmer herumliegt (erstaunlich was man an einem Tag Alles aus dem Auto zerrt). Diesmal gut gerüstet mit dem Stadtplan gibt es keine Schwierigkeiten aus Oslo in Richtung Drammen zu navigieren. Die E134 wird für einige Zeit unsere Route durch die Telemark bestimmen. Ende Oslo wird noch aufgetankt und der Reifendruck geprüft (dies nur als Hinweis für meinen Vater, damit er sich keine Sorgen macht wir würden so etwas vergessen).
In Kongsberg machen wir einen kurzen Stop, um dort die barocke Kirche anzuschauen, aber wir waren nicht sonderlich beeindruckt.
Also lassen wir Kulturbanausen die Kirche hinter uns und gehen lieber einen Kaffee trinken. Die nächste Kirche ist umso eindrücklicher:
unsere erste (hoffentlich nicht letzte) Stabkirche: Die Stabkirche von Heddal. Hier zahlen wir gerne den Eintritt und sehen uns die Kirche genau an.
Heddal
Das Wetter ist diesig und da wir schon Bekanntschaft mit den allgegenwärtigen Trollen in den Touristengeschäften geschlossen haben, wären wir inzwischen nicht mehr verwundert, wenn uns eins dieser Geschöpfe hier über den Weg liefe. Rechts und links des Weges erheben sich steile Wälder und ein leichter Nebel liegt über dem Boden. Gerade als wir wieder abwärts fahren, kurz vor Dalen, lichtet sich der Nebel etwas und wir sehen aus ca. 800 m auf den Talboden auf unser Ziel hinab. Im Norwegischen Campingprospekt ( bekommen bei der Touristeninfo in Oslo) hatten wir schon gelesen, dass es einen Camping in Dalen hat (nicht im ADAC) den wir ansteuern. Wir sind immer noch ‘Campingfaul’ und nehmen uns ein Zimmer im ‘Biberhaus’. Dies ist eine preisgünstige Alternative zwischen Camping und Hotel, und nachdem wir das Biberhaus mit der dortigen Küche, Essraum und Aufenthaltsraum besichtigt haben, sind wir absolut begeistert. Nach dem ersten Ausladen fahren wir noch schnell ins Dorf einkaufen (geschnetzeltes Schweinefleisch, Pilze, Milch…), lassen uns vom Verkäufer auch noch die Saucenpackunganleitung übersetzen (wer könnte das wohl im Coop ?) und sehen uns danach noch den Hafen an. Dann fahren wir in unser Biberhaus, kochen, spülen und gehen spazieren, spielen noch ein ‘Siedler’, schreiben den Tagesbericht und gehen dann ins Bett.
Mittwoch, 10.7.02 (Hage - schon wieder…)
In der Nacht fängt es richtig toll an zu schütten und wir sind froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben.
Am Morgen machen wir uns Frühstück, verladen das Zeug und fahren Richtung Bergen. Es geht gleich richtig gut los mit 15% Steigung und schönen Haarnadelkurven.
Nach wenigen Kilometern kommt die kleine Stabkirche Eidsborg, die wir ausgiebig bewundern.
Eidsborg
Als wir dann noch das Freilichtmuseum anschauen wollen, setzt wieder Regen ein und so muss das Museum ohne uns den Tag verbringen. Wir fahren weiter und stossen schliesslich wieder auf die grössere E134 die aber nur etwas breiter und etwas weniger kurvig ist. Dafür fahren hier mehr Lastwagen und Busse. Es geht jetzt auf die Hochebene Haukelifjell die landschaftlich sehr schön ist; sie grenzt an den Hardangervidda Nationalpark. Viele kleine Seen und Moore wechseln sich mit steilen Felswänden und lauschigen Laubwäldern ab. Auf den Hängen sind auch etliche Schneefelder zu sehen, während die Temperaturanzeige ca 12°C anzeigt. Immer noch ist das Wetter sehr nass und klamm, so dass es nicht zum verweilen einlädt.
Wir fahren weiter ins Røldal hinunter durch einige extrem ’eklige’ Tunnel - schlecht beleuchtet, lang, mit starkem Gefälle und Kurven,
also ich bin jedesmal froh wieder draussen zu sein. Unten im Tal ist dann die Røldal-Stabkirche einen kleinen Abstecher Wert.
Auf einem Schild steht man solle angemessen bekleidet hineingehen, was bei uns sicher zutrifft, leider steht nichts über angemessene Stille und so machen die drei Mädels,
die uns den Eintritt abkassiert haben so einen Lärm und Gekichere, dass man an ein Volksfest glauben könnte.
Der ankommende Eiswagen ist aber dann wichtiger und so kehrt für einen Moment Ruhe ein…
Es geht wieder hinauf und herunter und beim Herunterfahren neben einem grösseren Wasserlauf, der teilweise See/Gumpe, dann wieder Wasserfall ist,
entdecken wir eine schöne felsige Stelee, die nahe an einen Fall heranragt. Flugs wird ein Picknick bereitet mit Tee und Keksen und ein paar Erinnerungsfotos geschossen.
Picknick
Wir kommen an eine Mautstelle hinter der bald der Langfoss auftaucht, ein Wasserfall mit 680 m Gefällstrecke und einem tosendem Donnern. Wir entscheiden uns doch noch bis knapp vor Bergen zu fahren und machen uns auf den Weg. Kurz vor der Fähre komme ich dann ins Rasen - mit allen anderen Norwegern, die bestimmt die Fährzeiten im Kopf haben. Leider verpasst unsere Kolonne dann doch die Fähre um 4 Minuten und so warten wir eine halbe Stunde auf die Nächste. Die 50 minütige Überfahrt verbringen wir im Bauch der Fähre, während Sibylle einen Kaffe trinkt, schlafe ich fast ein, aber Sibylle weckt mich dann um zu zeigen, dass wir fast im norwegischen Fernsehen waren: Ich vergass zu erwähnen, dass wir eine halbe Stunde im Stau standen bei einem heftigen Busunfall. Nach Ankunft der Fähre fahren wir bis ca. 5km vor Bergen und stellen unser Zelt (ja wir campen endlich !!) auf einem Minicampingplatz bei Nesttun auf. Wir haben gleich für zwei Nächte gebucht, da wir den morgigen Tag ganz Bergen widmen wollen. Also jezt tut mir der Rücken weh vom im Zelt schreiben, also Gute Nacht.
Donnerstag, 11.7.02 (Hage)
Tja sogut war die Nacht dann doch nicht, Bergen macht seinem Ruf als Europas Stadt mit den meisten Regentagen alle Ehre und es fängt an zu regnen. Mein altes Zelt muss es dieses Jahr noch tun und als erfahrene Camper haben wir ein Tarp drübergespannt (Dauerleihgabe meines Bruders) und eine Plane unter dem Innenzelt ausgebreitet, da dort Wasser reindrückt, wenn es nass wird. Ursprünglich wollte ich ja pünktlich los, aber bei so einem Sauwetter bleibt man halt lieber liegen.
Irgendwann (gegen 9:00 Uhr) wollen wir dann doch raus und Sibylle macht mich darauf aufmerksam, dass sich im Tarp eine Wasserlache gebildet hat. Die Lache ist riesig und mit meiner genialen Abspannkonstruktion kann ich das Wasser nicht einfach ausleeren. Also packen wir beide die Enden des Tarps um das Wasser ‘rauszurollen’. Leider ist das Wasser stärker als das Tarp und so reist mit grossem Hallo das Tarp und das Wasser ergiesst sich direkt neben das Zelt.
Klasse start für den Tag - grummelnd fixe ich das ganze so gut es geht und bin wahrscheinlich für eine Weile recht brummig- Sibylle kennt das schon (irgendwann verflüchtigt sich der Gemütszustand dann wieder) und geht mir möglichst aus dem Weg. Im Innenzelt hat sich auch Wasser angesammelt aber dort ist es nicht so tragisch, da es unter den Isomatten bleibt und oben alles trocken ist. Klar ist, dass wir beim heutigen Einkauf nach einem neuen Tarp Auschau halten werden.
Wir fahren mit dem Bus nach Bergen und direkt bei einer Haltestelle ist ein Outdoorladen mit Kajaks im Schaufenster: ideal- der hat sicher was wir brauchen - aber damit ich nicht etliche vergebliche Sucherei dokumentieren muss: Ein echtes Tarp hat keiner und am Schluss holen wir in einem Laden eine Plane und einige Malerfolien für den Notfall.
Zu Bergen: Ein schöne Stadt und ohne Regen wahrscheinlich sehr schön, der Fischmarkt ist klein aber fein und es hat leckere Fischbrötchen aber auch Fische, die schon beim Hinsehen ein Igittigitt hervorrufen. In einer Nebenstrasse entdecken wir eine Backstube mit einem kleinem Kaffee. Absolut herzig mit tollen Backwaren und gutem Kaffee - und dass man nebenher in die Backstube gucken und dabei den Duft der frischen Backwaren geniessen kann macht das Ganze zu unserem Geheimtipp von Bergen (in unserem Führer nicht erwähnt) - der Laden nennt sich Godt Brød. Danach schlendern wir durch Bryggen, eine Ansammlung alter Hansehäusern in denen etliche kleine Geschäfte und Kleinkunst angesiedelt sind. Die engen Gassen geben einem einem mehr als manches Museum einen Eindruck, wie es vor ein paar Jahrhunderten zugegangen sein muss. Der Stadtbummel gibt was her - es hat viele nette Geschäfte und auch das Einkaufszentrum ‘Bergenstoresenter’ ist einen Bummel wert. Die Festung lassen wir aus, da wir den Regen satt haben und laufen lieber von einem Geschäft ins nächste. Längere Zeit sind wir in einem grossen Buchladen in der Strandgaten No4, der eine schöne englische Abteilung hat.
Übrigens - so nebenbei - im Moment schreibe ich in der Waschküche unseres Campingplatzes, da der Aufenthaltsraum um 23:00 Uhr geschlossen wird - wir haben hier einen netten kleinen Sit-In: ein norwegisches Paar, eine Finnin und Sibylle und ich unterhalten uns über Norwegen, Bergen und weitere Reiseziele und Sehensürdigkeiten. Morgen geht’s weiter - grobe Richtung Trondheim, aber wir haben immer noch keine Eile und so bleibt abzuwarten wo wir landen.
Freitag, 12.7.02 (Hage)
Also gelandet sind wir in der Nähe des Nordfjords am Gletschersee Oldevatn unterhalb des Briksdalsgletscher.
Der Campingplatz liegt absolut idyllisch zwischen hohen Bergen am türkisfarbenen See und von oben winkt der Gletscher.
Als wir ankamen hat es kurz geregnet und auch einen super Regenbogen auf die Berglandschaft gemalt, ich hoffe, die Fotos sind etwas geworden.
Camping...
Aber jetzt erstmal wieder chronologisch: gestern Nacht gab es ein gigantisches Gewitter, das dann aber recht abrupt aufhörte. Dummerweise sind wir am nächsten Morgen nicht gleich losgefahren, als es noch nicht regnete und es verhältnismässig trocken war, sondern warteten gemächlich bis der Regen losdröhnte, um dann endlich in Fahrt zu kommen (grummeln und so weiter wie gehabt). Besonders ereignisreich war die Fahrt diesmal nicht, man gewöhnt sich so langsam an hohe Berge, Wasserfälle allenthalben, enge Passstrassen und dunkle, enge Tunnels. Auf einem Pass haben wir Kaffe und Spiegeleier mit Speck in einem kleinen Rasthaus gegessen und beim Nordfjord lagen zwei ‘Pötte’ vor Anker, die Berlin und die Costa Europa. Das sieht schon heiss aus, die grossen Schiffe mitten in der Landschaft. Morgen machen wir eine Gletscherwanderung, und wenn Zeit bleibt, dann werde ich auch noch am Nachmittag mal auf dem Gletschersee mit dem Kajak eine Runde drehen.
Samstag, 13.7.02 (Sill)
Pünktlich um 8:15 steht HaGe auf. Ich dreh mich noch ein paar mal und stehe dann um 8:30 ebenfalls auf.
Schliesslich haben wir ja noch was vor Heute. Wir machen uns Frühstück und da HaGe Kopfschmerzen hat gibts auch eine Aspirin zum Frühstück.
Dann erledigen wir kurz den Abwasch und packen unser Zeug für die Gletscher Tour zusammen.
Um 10:15 fahren wir los zum Briksdalsbreen, entlang am Gletschersee und durch zwei stockdustere Tunnel.
Beim Sammelplatz der Gletscherführung angekommen erfahren wir, dass es oben auf dem Gletscher genauso warm sei wie hier, also sind wir viel zu warm angezogen.
Die lange Unterhose ziehe ich deshalb wieder aus und HaGe bringt seinen dicken Pulover zurück zum Auto.
Nachdem wir bezahlt haben gehts zuerest einmal ca. eine 3/4 Stunde den Berg hoch. Dann gelangt man zu einem Sammelplatz am Fusse des Gletscherarmes wo man ausgerüstet wird.
Zuerst muss man Klettergeschirr anziehen. HaGe schafft es sogar ohne Hilfe das Ding richtig anzuziehen, ich hingegen drehe es stundenlang herum und
versuche herauszufinden wo Oben und Unten ist, da kommt mir der Guide zu Hilfe und schirrt mich ein.
Dann werden einem Steigeisen montiert und man bekommt einen Helm und einen Eispickel. Der Tourguide seilt die ganze Gruppe an und gibt ein paar
Erklärungen auf was man achten muss und wie man mit den Steigeisen geht und schon gehts los.
Sonntag, 14.7.02
Heute ist der Laptop-Akku leer, deshalb muss der Bericht von Hand geschrieben werden.Obwohl wir um 9:00 Uhr wach waren sind wir erst um 10:00 Uhr aufgestanden. Es regnet nicht mehr und wärend dem Frühstück zeigt sich sogar die Sonne. Nachdem alles verpackt ist, diesmal trocken, gehts los. Zuerst ein Stück die gleiche Strasse zurück bis zum Fjord und dann nach Stryn. Von da aus schlagen wir die Route zun Geiranger Fjord ein.
Es geht ziemlich bergauf und über zum Teil noch mit Schnee bedeckte Hochebenen. Wir steigen kurz aus um Fotos zu machen und ein bischen zu laufen.
Dann gehts auch schon in Serpentinen gegens Tal auf Geiranger zu. Der Ort ist sehr touristisch. Ausser Souvenirläden und einem Hotel gibts hier wohl nichts.
Dennoch ist es absolut schön mit der Aussicht auf den Fjord.Wir schlendern durch die Souvenirläden, erstehen ein Geschenk für Jana und gönnen uns ein Hamburger.
Danach fahren wir weiter. Die Strasse schraubt sich gleich in Serpentinen den Berg hinauf und eröffnet einem einen exzellenten Blick auf den Geiranger-Fjord.
Vom Berg gehts dann wieder ins Tal und mit der Fähre über den Fjord. Sogleich erklimmen wir wieder Höhen. Diesmal hats kein Schnee aber wunderschöne Bäche und Stromschnellen und kleine Wasserfälle. Auch hier legen wir eine kurze Rast ein um zu Fotographieren und zur Erkundung. Nun gehts plötzlich mächtig bergab. Die Trollstiegen. Das sind riesige Wasser (850 m hoch) und eine Strasse, die sich in Serpentinen entlang des Wasserfalls nach unten schlängelt. Da es keine Möglichkeit zum Anhalten gibt und glücklicherweise kaum Verkehr ist, fotographiere ich aus dem Auto heraus. HaGe hällt jeweils kurz bis ich abgedrückt habe. Von Åndalsnes aus nehmen wir die 64 nach Molde, das ist eineteure Variante, 1 Fähre und 1 gebührenpflichtiger Tunnel unter dem Fjord hindurch. Auch auf der Weiterfahrt auf der E39 gibts etliche Brücken für die man zahlen muss. Schliesslich haben wir genug, es ist auch schon nach 20:00 Uhr und wir suchen nach einem Campingplatz. Nach Kvisvik sind 2 ausgeschildert. Der Erste bei Kvisvick ist bereits geschlossen. Der Zweite ist über eine 8 Km lange Schotterstrasse zu erreichen und liegt direkt am Meer. Hier bleiben wir. Leider misslingt die Suppe und wir knatchen uns kurz, aber auch das geht vorbei. Hoffentlich können wir trotz des Oberschnarchsacks neben uns schlafen, aber der soeben einsetzende Regen ist lauter.
Montag, 15.7.02
Diese Nacht war bescheiden, wir hatten einen Oberschnarch-Sack im Zelt nebenan.
Zum Glück hats angefangen zu Regnen, denn das geprassle auf dem Zeltdach hat sein geschnarche doch noch übertönt.
Heute sind wir früh aufgestanden, um möglichst zusammengepackt zu haben bevor es beginnt zu Regnen.
Das haben wir auch geschafft und haben sogar noch mit der Fähre übergesetzt bevor es wirklich anfing.
Zum Glück war es ein kurzer Regen und dann zeigte sich sogar hi und da die Sonne wieder.
Die Fahrt ansich verlief relative ereignisslos bis Trondtheim. Man hat vor Trondtheim immer mal wieder schöne Aussichten auf den Fjord.
Wir fanden schnell in die Stadt hinein und hatten auch Glück mit dem Parkplatz, direkt beim Nidaros-Dom. Den schauten wir uns auch zuerst an, allerdings nur von aussen,
da es uns nicht gefiel schon wieder zu bezahlen.
Dienstag, 16.7.02 (hage)
Heute geht es wieder sehr gemütlich los. Und nachdem wir dann endlich loskommen, geht es erstmal ein Stück zurück, allerdings nicht auf der E6,
sondern auf der 763 Richtung Steinkier nach Bøla, wo es Felsmalereien hat. Diese sind auch sehr schön und an einem netten Weg mit Hinweistafeln gelegen.
Dann geht es wieder gen Norden und nach Grong gibt es ein Laksvarium. Also genauer es gibt einen Wasserfall, der aber inzwischen zum Kraftwerk umgebaut wurde,
allerdings wurden die Lachse berücksichtigt und deshalb gibt es eine Lachstreppe. Man kann auch durch eine Glasscheibe in diese Lachstreppe schauen und
sieht ein paar Brocken schwimmen. Meiner Meinung nach zu teuer das ganze (60 Kronen pro Person) aber wir haben dann noch einen draufgesetzt
und uns das Lachsbuffet im Restaurant genehmigt - das ist zwar auch teuer, aber man kann sehr viel Lachs nehmen, Lachssuppe haben - Kaffee und Dessert ist auch dabei.
Sill hat sich zuviel zugemutet und da man den Lachs ja schlecht zurückgeben kann wird er eingepackt und dient uns als späteres Abendbrot.
Wir haben übrigens schönes Wetter und wir kommen auf der Weiterfahrt am Laksfoss vorbei, einem unverbauten Wasserfall, an dem die Lachse nach oben springen.
Mittwoch, 17.7.02 (Sill,Hage)
Heute Nacht um 01:30 Uhr bin ich aufgewacht, da noch jemand angekommen ist und endlos mit den Autotüren patscht.
Da es absolut hell ist denke ich zuerst es ist bereits Morgen und muss dreimal auf die Uhr schauen bevor ich ihr glaube.
Schliesslich bin ich dann doch wieder eingeschlafen. Als wir kurz nach 7:00 Uhr das erste mal aufwachen regnet es noch also drehen wir uns um.
Doch so um 8:00 Uhr rum verfällt HaGe in Action und steht auf, denn mittlerweile hat es aufgehört zu regnen. Ich lasse mich anstecken mit dem Ziel das Zelt trocken zu verpacken.
Und so kommen wir heute pünktlich los. Die Fahrt zum Polarkreis über Mo i Rana verläuft relative ereignislos, ausser das wir an einem Unfall vorbeikommen,
der soeben stattgefunden haben muss. Ein Wohnwagengespann ist die Böschung runter. HaGe fragt in Samariter( eh Sanitäter) Manier noch ob jemand verletzt sei,
ob er helfen solle, aber entweder versteht die Frau kein Englisch oder es war wirklich keine Hilfe nötig, denn sie winkt uns weiter.
Und dann endlich taucht vor uns das Polarkreis-Zenter auf. Ohne das würde man ja kaum merken, dass man den Polarkreis überfährt.
Das kostenpflichtige Museum sparen wir uns, verbringen aber einige Zeit im Souvenirshop, schreiben Karten und trinken auch einen Kaffee.
Donnerstag, 18.7.02 (Sill)
Es ist schon speziell, wenn man um 2:00 Uhr Nacht’s aufwacht, weil einem die Sonne ins Gesicht scheint.
Trotzdem haben wir den Morgenrekord locker geschafft. Um 6:45 klingelt der Wecker und um 7:30 haben wir alles verpackt und fahren los.
Damit sind wir auch pünktlich um 8:00 Uhr an der Fähre. So früh am Morgen ist noch kein grosser Ansturm.
Gleich darauf läuft auch schon die Fähre ein und wir können um 8:15 an Bord gehen. Die Cafeteria hat leider noch nicht auf,
deshalb müssen wir uns noch etwas mit dem ersten Kaffe gedulden. Kurz nachdem die Fähre dann abgelegt hat,
öffnet auch die Cafeteria und wir geniessen unser Frühstück mit Kaffee und Apfelkuchen.
Um uns die 2 Stunde Überfahrt zu vertreiben schreiben wir einige Postkarten an die daheim gebliebenen.
Doch dann zieht’s uns ans Deck als die Fähre zum Zwischenstop auf der Insel Skrova anlegt.
Die Einfahrt ist atemberaubend eng und die Insel erstrahlt in der wieder zum vorschein kommenden Sonne.
Nun sieht man schon die Lofoten näher kommen. Das Wetter ist eigenartig. Es scheint zwar die Sonne, aber über den Berggipfeln hängen bedrohlich schwarze Wolken. In Svolvær angekommen machen wir einen ausgiebigen Stadtbummel. Als erstes stolpern wir über das örtliche volltrunkene Dorforiginal (nur schnell weg sonst wirds mir von der Fahne noch übel). Auf dem Markt kaufen wir uns ein Käsehobel und gehen noch einen Kleinigkeit essen. Nachdem wir unsere Vorräte ergänzt und Briefmarken geholt haben, verlassen wir Svolvær in Richtung Süden. Wir fahren auf der E10 auf die übernächste Insel, Vestervågøy. Der Campingplatz auf der Westseite gefällt uns nicht besonderlich, deshalb fahren wir ans Ende und auf der Ostseite, auf der 815, wieder zurück. Dabei kommen wir durch Leknes und halten auch für eine kurze Besichtigung an. Hier erstehen wir unser Trollpärchen und einen Trollkalender. Auf der Karte sehen wir einen Ort nahmens Hage, aber der Kartenmassstab ist so ungewohnt, dass wir glatt dran vorbeifahren und wir gerade noch die Abzweigung zum Campingplatz erwischen. Der Campingplatz am Rolvsfjorden gefällt uns hier bleiben wir auch mit der Absicht etwas im Meer zu paddeln. Am Abend kommen noch 3 Leute aus Giffhorn an (ich hoffe das schreibt man so, es muss nach deren Meinung der Nabel der Welt sein :-) ). Sie haben auch zwei Kajaks dabei und man unterhält sich recht angeregt über dies und das. Markus arbeitet bei VW macht dort etwas Richtung IT und erzählt die eine oder andere Story aus dem Leben.
Freitag, 19.7.02 (Hage)
Hilfe !!!! Ein Drittel der Ferien schon vorbei - ich brauch Verlängerung … wo sind die Urlaubsscheine ? Naja sind keine dabei, dafür haben wir heute unsere erste Meereskajakerfahrung gemacht (wörtlich). Nach einem guten Frühstüch haben wir die Kajaks klar gemacht, ich wollte bei unserem Campingplatz Brustranden ein paar Sandwiches kaufen, aber das hatten sie leider nicht. Dafür gabs halt kalte Waffeln mit Marmelade. Bis auf dieses Manko ist der Platz übrigens wunderbar und hat auch einen schönen Aufenthaltsraum, den wir benutzen um unsere Berichte zu schreiben. Aber weiter: wir fahren mit den Kajaks los bei angehender Ebbe und mit ablandigem Wind. Als wir die Bucht verlassen, kommen das erste mal kleiner Wellen und schärferer Wind auf. Da wir die Wetterlage hier nicht gut einschätzen können bleiben wir in relativer Nähe zum Ufer und betreiben Inselhopping bis wir nach ca. 1 1/2 Stunden an einer Insel halten und dort eine lange Picknickpause machen. Dann gehts wieder zurück und diesmal bläst es einem doch schon kräftig um die Ohren und die Wellen bremsen merklich den Paddelschlag. Als wir wieder Richtung Campingplatz einbiegen kommen wir an Rainer vorbei (einer der drei aus Giffhorn), der in einem Ruderboot fischen gegangen war. Leider hatte er ziemliche Probleme mit dem Wind und den Rudern, die nicht in den Halterungen bleiben wollten. Nur zu gerne ging er auf den Abschleppvorschlag ein und so hatte ich kostenloses Krafttraining bis zum Campingplatz. Also es war schon eine Plackerei, auch wenn man das ‘männlich’ mit einem Lächeln abhakt. Liebenswerterweise hat Sibylle mir dann noch Kaffee und Kuchen spendiert. Dann fahren wir mit dem Auto einkaufen nach Stamsund, wo wir Lachs und Kartoffeln auswählen und noch ein paar Fotos vom netten Hafen schiessen. Wir fahren noch nach Hage, aber die Ansammlung von Häusern hat leider kein Ortsschild. Am Campingplatz kochen wir und danach wird alles wieder verpackt. Wir unterhalten uns noch mit einen netten Kajakfahrer aus Hamburg, der mit einem schönen Boot (finnisch) zum arctic seakajak Treffen unterwegs ist. Wichtig für uns vor allem die Info das es gute Teflonpfannen für’s Camping gibt: er hat eine und verweist noch auf das merkliche Gewicht anderer Produkte. Während Sibylle gekocht hat, habe ich mal in meinem Knotenbuch ein paar spezielle Knoten nachgelesen und geübt - und hinterher gleich beim Kajakverzurren angewendet. Es sah nie besser aus. Morgen werden wir aufbrechen: es geht über die Vesterålen weiter.
Samstag, 20.7.02 (Hage)
Wird eigentlich ein wenig ereignisreicher Tag. Da wir uns inzwischen doch entschlossen haben zum Nordkap zu fahren, sind wir hauptsächlich mit dem Auto unterwegs. D.h. wir fahren von den Lofoten über die Vesterålen nach Narvik. Wir kaufen nochmals kurz in Solvaeg Souvenirs und sind irgendwo unterwegs(bei Tjeldsundbru- das ist der Übergang zum Festland) in einem Kaffee, in dem man sich selber Waffeln machen kann - was wir natürlich auch tun. Am abend gehen wir direkt bei Narvik auf den Zeltplatz und ich habe mal wieder eine leidige Nacht, weil ein Zeltnachbar Bäume sägte.
Sonntag, 21.7.02 (Hage)
Heute geht es sehr früh los - 8:00 Uhr, da ich seit 6:00 Uhr nicht mehr schlafen kann, und es leicht anfängt zu nieseln.
Dann doch besser das Zelt einpacken bevor es Klitschnass wird.
Wir fahren dann noch kurz nach Narvik rein, aber Narvik ist schon laut Führer nicht sonderlich interessant und erst recht nicht am Sonntag morgen: absolut tote Hose. Also schnell weiter.
Nächste Station ist dann Tromsø. Das erreichen wir gegen 13:15 Uhr und diese Stadt präsentiert sich trotz Nieselregens weit besser als Narvik.
Montag, 22.7.02 (Hage) Seitenanfang
Wir kommen einigermassen pünktlich los und fahren nach einem kurzen Frühstück nach Alta. Obwohl wir inzwischen recht museums- und eintrittspreiszahlenmüde sind, interessiert uns das Alta Museum mit den dortigen Felszeichnungen so sehr, dass wir die 70 Kronen ausgeben und dann durch einen langen, informativen Spaziergang entschädigt werden.
Die dortigen Felszeichnungen sind kontrastreich in Ocker nachgezogen, so dass man die eigentlich schwachen Ritzzeichnungen besser sehen kann.
Der kleine Führer, den man mitbekommt beschreibt jedes Bild sehr deutlich, so dass man viele der Interpretationen nachvollziehen kann.
Die nächsten Tage werden wir solche Szenen noch öfter haben und es wird sicher einige Bilder davon geben. Weiter zu Hammerfest. Ein ziemliches Eigentor: wir kommen gegen 16:45 dort an, über grösstenteils übler Schotterpiste und in ein absolut totes Nest. Die Gehsteige sind hochgeklappt, nachdem wir ein Kaffee finden, werden wir wieder hinausgeschmissen, da um 17.00 Uhr dort Feierabend ist. Wir laufen einmal die Hauptstrasse hoch und runter und haken Hammerfest unter ‘Erfahrung’ ab.
Wir ziehen weiter Richtung Nordkap und schaffen es um 20:00 dort zu sein. Der Weg führt durch einige abenteuerliche Tunnel,
in einem wird gerade die Deckenbeleuchtung saniert, aber die Arbeitskollone schert sich wenig darum, dass man eigentlich durch den Tunnel möchte.
Der letzte Tunnel ist ca. 7km lang und geht ewig abwärts und dann wieder hinauf. Nach dem Maut für diesen Tunnel und die Nordkapgebühr sind wir endlich da.
Das Wetter ist leider sehr verhangen, aber man hat noch einen Streifen blauen Himmels am Horizont, wo sich Sonnenstrahlen tummeln.
Der Parkplatz ist mässig belegt, aber das wird sich bald ändern. Vielleicht werden wir in 30 Jahren auch mal mit einer Reisegruppe und Bussen unterwegs sein,
aber inzwischen sind mir die Gruppenreisenden, Ihre Reiseleiter und die Busfahrer ziemlich leidig geworden.
Man stelle sich ja nirgends hin, wenn gerade ein neuer Bus eintrifft. Das man nicht totgetrampelt wird, ist wirklich ein Wunder.
Der Anblick der Busfahrer, die sich dann gegen Ihre eigenen Busse erleichtern ist auch nicht gerade im Einklang mit einer Nordkapromantik.
Naja und die Reiseleiter haben halt eine ‘ich und meine Grupe sind die Wichtigsten’ Attitüde, die mir sehr viel Selbstbeherrschung aufzwingt.
Dienstag, 23.07.02 (Sill)
Um ca. 1:00 Uhr verlassen wir das Nordkap wieder Richtung Süden, es begint leicht zu regnen.
Wir ziehen gleich durch Richtung Finnische Grenze. Kurz vor dem letzten Ort in Norwegen halten wir an und schlafen etwas im Auto, da wir im Ort tanken müssen und es erst 4:45 Uhr ist und keine Tanke auf hat und die Karten nicht funktionieren. Nach neun Uhr weckt mich HaGe wieder, jetzt sollten wir weiterfahren können. Nach kurzem Tankstop sind wir Ruckzug in Finnland und uns fällt ein, dass wir unserere Norwegischen Münzen nicht ausgegeben haben und auch noch zahlreiche vorfrankierte Ansichtskarten haben. In einem Camping, der 45km hinter der Grenze liegt kann ich meine Tax Free checks einlösen. Wir gönnen uns einen Kaffee und HaGe ist von der Fleischsuppe angetan, die an unsere Schlittenhunde-Tour errinnert. Hier schreiben wir unsere übrig gebliebenen Karten und hoffen, dass wir jemanden finden, der sie nach Norwegen mitnimmt und einwirft.
Dann gehts weiter nach Inari, wo wir nach einigem Durchfragen wirklich ein Paar aus Mannheim finden, das Richtung Norwegen fährt und die Frau ist gerne bereit uns den Gefallen zu tun. Inari selbst ist nicht gross und so fahren wir weiter nach Ivalo. Doch auch hier scheint die Stadt nur aus einem Einkaufszentrum zu bestehen, indem wir unsere Vorräte ergänzen. Heute Abend wirds Lachsgeschnetzeltes an einer Honigsauce geben. Dann fahren wir weiter. Kurz vor Sodankylä stellt sich uns die Frage wie müd sind wir, fahren wir noch weiter oder bleiben wir hier. Nach einem kurzen Kaffestop entscheiden wir weiterzufahren und die 150km nach Rovaniemi noch zu versuchen. Immer wieder durch Rentiere unterhalten, die neben dem Auto hergaloppiert sind etc. schaffen wir es tatsächlich bei plötzlich strömendem Regen nach Rovaniemi. Aufgrund des Wetters und unserer nun doch vorhandenen Müdigkeit mieten wir einen Wohnwagen, da es keine Mökis gibt. Das Angebot der Sauna schlagen wir trotz Müdigkeit nicht aus und so wird nach dem vorzüglichen Abendessen noch geschwitzt. Noch den Tagesbericht dieser zwei langen Tage in die Tasten gehackt und ab ins Bett.de.
Mittwoch, 24.07.02 (Hage)
Wir fahren bis Oulu und machen einen Stadtbummel. Es ist schönes Wetter und Oulu präsentiert sich prächtig. Aber die kommende Kajaktour zwingt uns zur Weiterfahrt. Es geht bis nach Pyhäsalmi, wo wir ein Minimökki auf dem Campingplatz mieten.
Es geht weiter mit der Kolovesi Kolovesi Tour